Feuer Gewerbekomplex - Gemeinde Loxstedt
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Feuer Gewerbekomplex


Einsatz 46+47+48+50/2018 F16+17+18+20
     Gebäudebrand
Einsatznummer:
Einsatzart:
Datum/Uhrzeit:
Einsatzort:
Fahrzeuge:
Zus. Einheiten:
46+47+48+50 / F16+17+18+20
Brandeinsatz, Gebäudebrand
22.07.2018     18:40 Uhr
Loxstedt, Robert-Bosch-Straße
OFW Loxstedt: KdoW - LF20 - HLF20 - SW1000 - GW/L2
OFW Bexhövede: LF8
OFW Büttel/Neuenlande: TSF
OFW Dedesdorf: HLF 24/20/2 - LF8
OFW Donnern: TSF
OFW Düring: TSF - MTF
OFW Fleeste: TSF
OFW Hahnenknoop: TSF
OFW Holte: TSF
OFW Nesse: TSF
OFW Schwegen: LF8
OFW Stinstedt: TSF
OFW Stotel: KdoW - TLF3000 - LF8 - GW/Z
OFW Ueterlande/Overwarfe: TSF
OFW Wiemsdorf: TSF
OFW Heerstedt: LF8
OFW Lunestedt: LF8
OFW Sellstedt: LF8
OFW Langen: DLK23/12 - GW/G
BF Bremerhaven: ELW - DLK
Führungsgruppe Loxstedt: ELW
GemBM Loxstedt
BAL Cuxhaven-Süd
Regierungsbrandmeister
Verwaltungsbeamter
Rettungsdienst: NEF - RTW
DRK Wesermünde: RTW - Verpflegungszug
Polizei
Ermittlungsdienst
Energieversorger
Tiefbauunternehmen
Beschreibung

Der Brand eines großen Gewerbekomplexes im Loxstedter Gewerbegebiet „Am Wedenberg“ sorgte am späten Sonntagabend (22.07.2018) für einen stundenlangen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr. Zwei Angehörige der Feuerwehr mussten durch den Rettungsdienst behandelt werden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich über zwei Tage hin.

 

Gegen 18.40 Uhr gingen erste Notrufe über eine unklare Rauchentwicklung in der Straße „Robert-Bosch-Straße“ ein. Die Leitstelle Bremerhaven alarmierte daraufhin anhand der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) die Ortsfeuerwehren Bexhövede, Düring und Loxstedt. Bereits auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus konnte durch die anrückenden Kräfte eine große schwarze Rauchwolke über dem Gewerbegebiet ausgemacht werden.

Bereits nach weniger als fünf Minuten nach der Alarmierung trafen die ersten Kräfte der Ortsfeuerwehr Loxstedt an der Einsatzstelle an. Durch die zügige Erkundung des Loxstedter Ortsbrandmeisters  Michael Wilcks wurde festgestellt, dass eine Werkstatt mit einem angrenzenden Wohnhaus in einem Gewerbekomplex in Vollbrand stand. Auf dem Gelände befanden sich neben der Werkstatt zwei Wohnhäuser und ein Palettenhandel. Zum Brandzeitpunkt lagerten auf dem Innenhof rund 11.000 Holzpaletten. Sofort wurden weitere Ortsfeuerwehren des dritten Zuges nachalarmiert.

Suche nach Vermissten Personen

Da zunächst noch Personen in dem brennenden Gebäudeteil vermisst wurden, drangen drei Atemschutztrupps der beiden Loxstedter Löschfahrzeuge zur Menschenrettung in dieses ein. Unter extremen Bedingungen (Teileinsturz des Gebäudes, teilweiser Nullsicht, starke Wärmestrahlung) durchsuchten sie ohne Ergebnis die Räumlichkeiten. Nachdem die Gefahr für die Trupps im Innenangriff durch mehrere explodierende Druckbehälter und dem weiteren Einsturz des Gebäudes zu groß wurde, musste die Menschenrettung abgebrochen werden. Wie sich erst später herausstellte, konnten sich glücklicherweise alle Personen selbst vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem Gebäude retten.  Für ein Tier kam jede Hilfe zu spät. Nach Abbruch des Innenangriffs startete ein massiver Außenangriff.

In der Zwischenzeit bauten die Ortsfeuerwehren Bexhövede und Düring erfolgreich eine Riegelstellung zu dem direkt angrenzenden Hallenkomplex auf. In diesem lagerten unzählige IBC-Behälter mit den verschiedensten Stoffen und eine weitere Werkstatt.

Weitere Brandausbreitung durch starke Winde

Trotz des massiven Löschwassereinsatzes konnte nicht verhindert werden, dass sich die Flammen begünstigt durch die anhaltende Trockenheit, enorme Brandintensität, Wärmestrahlung und starke Winde weiter auf die auf dem Innenhof gelagerten Paletten ausbreitete. Daraufhin mussten sich die Einsatzkräfte vom Innenhof zurückziehen. Es brannte nun ein 25x70 Meter Hallenkomplex, ein 15x25 Meter großes Wohnhaus und 11.000 Paletten auf dem Innenhof in voller Ausdehnung.

Nach dem Eingang der Rückmeldung von der Einsatzstelle löste die Leitstelle Bremerhaven daraufhin Großalarm für alle Ortsfeuerwehren der Gemeindefeuerwehr Loxstedt aus.

Kurze Zeit später waren die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Bexhövede, Büttel/Neuenlande, Dedesdorf, Donnern, Düring, Fleeste, Hahnenknoop, Holte, Loxstedt, Nesse, Schwegen, Stinstedt, Stotel, Ueterlande/Overwarfe, Wiemsdorf und die Führungsgruppe der Gemeindefeuerwehr im Einsatz. Ebenso ging ein Notarzt mit Rettungswagen des DRK Rettungsdienstes in Bereitstellung. Dieser wurde durch den Rettungswagen des DRK Einsatzzuges abgelöst.

Es erfolgte die Einteilung des Einsatzes in vier Abschnitte:

  1. Brandbekämpfung Hofseite                                              GrpFü LF20 Loxstedt
  2. Brandbekämpfung Feldseite                                             GrpFü HLF24 Dedesdorf
  3. Riegelstellung Rückseite                                                    GrpFü LF10 Bexhövede
  4. Rückwärtiger Raum (Logistik/AGT Sammelstelle)    ZugFü Loxstedt

Gefahr der Ausbreitung

Größte Gefahr bestand zu diesem Zeitpunkt bei der Ausbreitung des Feuers auf die noch nicht betroffenen angrenzenden Hallen und die unmittelbare Umgebung (benachbarte große Gewerbebetriebe, Reetdachhäuser und angrenzende landwirtschaftlich genutzte Flächen). Die ungünstige Wetterlage (starke Wärme und Wind) erschwerten die Maßnahmen der Feuerwehr.

Ein Stellplatz für eine Drehleiter wurde vorgesehen und diese nachgefordert. Umgehend rückte daraufhin die Ortsfeuerwehr Langen mit der einzigen Drehleiter im Landkreis Cuxhaven aus. Im weiteren Einsatzverlauf musste auch noch die Berufsfeuerwehr Bremerhaven mit einer zweiten Drehleiter nachgefordert werden.

Schwierige Löschwasserversorgung

Aufgrund des massiven Bedarfs an Löschwasser zeigte sich im Laufe des Einsatzes, dass dieser aus insgesamt vier Unterflurhydranten und einem Löschwasserbehälter nicht ausreichte. Daraufhin wurde eine doppelte Schlauchleitung zu dem ca. einen Kilometer entfernten Chemiewerk gelegt. Das Werk verfügt über eine eigene Löschwasserversorgung. Die Feuerwehrtechnische Zentrale aus Schiffdorf versorgte die Wehren mit neuen Atemluftbehältern.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde das Löschwasser zurückgehalten, damit es sich nicht im Regenkanal verbreitet und gezielt nach Absprache mit der Gemeinde Loxstedt über den Abwasserkanal zum Klärwerk in einen extra Behälter gepumpt.

Während des gesamten Einsatzes wurden die Einsatzkräfte durch die Firma Thies mit einem Radlader und einem Bagger unterstützt.

Die Logistikgruppe der Ortsfeuerwehr Loxstedt erledigte mit dem GW/L2 während des Einsatzes alle anfallenden Nachschubanforderungen. Die Führungsgruppe koordinierte aus dem Einsatzleitwagen alle eingesetzten Kräfte und entlastete somit den Einsatzleiter. Der DRK Einsatzzug übernahm die Versorgung der eingesetzten Kräfte vor Ort mit einem kleinen Imbiss und Getränken.

Aufgrund des großen Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern erfolgte noch die Nachalarmierung der Ortsfeuerwehren Heerstedt, Lunestedt und Sellstedt aus den Nachbargemeinden Beverstedt bzw. Schiffdorf.

Gegen 2 Uhr morgens war der Brand soweit unter Kontrolle, dass die ersten Ortswehren wieder einrücken konnten.

Von 3 bis 5 Uhr übernahmen die Ortsfeuerwehren Loxstedt und Düring die Brandwache. Gegen 5.30  Uhr verließ die Ortsfeuerwehr Loxstedt nach umfangreichen Aufräumarbeiten als letzte Kräfte den Brandort für eine kurze Frühstückspause, um gegen 6.30 Uhr eine Brandnachschau des Gebäudebrandes mithilfe eines Tiefbauunternehmens durchzuführen, um restliche Glutnester und Brandquellen ablöschen zu können. Dieser Einsatz zog sich bis ca. 11 Uhr.

Nach nur einer kurzen Verschnaufpause erfolgte gegen 15 Uhr die erneute Alarmierung zur Brandnachschau.

Nach diesem Einsatz musste zunächst die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr wieder hergestellt werden. Dabei kam es dann zur nächsten Alarmierung. Es brannten ca. 60qm Getreidefeld in der Dünenfährstraße. Dieses Feuer konnte schnell gelöscht werden, bevor es sich weiter ausbreiten konnte. Für einige Kameraden ging es nun nach fast 26 Stunden Dauereinsatz erstmals zur Ruhe.

Am 24.07.2018 (Dienstag) Gegen 18.30 Uhr mussten letztmalig durch die Ortsfeuerwehr Loxstedt aufflammende Glutnester gelöscht werden. Nach fast zwei Tagen Dauereinsatz konnte dann aber endgültig „Feuer aus“ gemeldet werden.

 

Direkt nach den Löschmaßnahmen übernahmen die polizeilichen Ermittlungsbehörden die Einsatzstelle.





 Zahlen und Fakten zu dem Einsatz:

• 236 eingesetzte Einsatzkräfte vor Ort (Feuerwehr, DRK, usw.)

• 2.139 Arbeitsstunden

• 96 AGTs eingesetzt (mehrfach im Einsatz)

• 2 Einsatzkräfte vom Rettungsdienst behandelt
(1x nach Behandlung weiter im Einsatz, 1x leicht verletzt nach Hause)

• 27 eingesetzte Fahrzeuge der Gemeindefeuerwehr Loxstedt

2x KdoW                             1x SW1000

1x LF20                                1x GW/L2

1x LF10                                1x GW/Z

3x LF8                                   1x MTF

1x HLF20                             1x ELW

1x TLF3000                         12x TSF

1x HLF24

 

Zusätzliche Einheiten neben den 15 Wehren der Gemeindefeuerwehr Loxstedt:

• Ortsfeuerwehr Langen: DLK 23/12 - GW/G

• Berufsfeuerwehr Bremerhaven: ELW – DL(A)K 32

• OFw Heerstedt, Lunestedt, Sellstedt: je LF8/LF10

• DRK Rettungsdienst: NEF - RTW

• DRK Einsatzzug Wesermünde: RTW – Versorgungszug

• Polizei/Ermittlungsdienst

• FTZ Schiffdorf

• Gemeindebrandmeister Loxstedt

• Brandschutzabschnittsleiter Cuxhaven-Süd

• Regierungsbrandmeister OL-Land

• 1. Gemeinderat

• Tiefbau-Unternehmen (Bagger und Radlader)

 

Verbrauchsmaterial:

• ca. 167 B-Schläuche (ca. 3340m) zwecks Löschwasserversorgung

• ca. 2.400l Schaumbildner

• ca. 3.700m³ verbrauchtes Löschwasser (=3.700.000 Liter)

 

eingesetzte Rohre:

• 3x Monitor (Wasserwerfer)

• 2x Wenderohr DL(A)K 23/12

• 6x B-Rohr

• 11x C-Rohr

• 3x Schaumrohr

• 2x CAFS-Rohr

 

Presseberichte:

- Nonstopnews:
Externer Link: www.nonstopnews.de

- Nord24.de:
Externer Link: www.nord24.de/landkreis-cuxhaven

 

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